Daten
| Jahr (USA) | 2002 |
| Jahr (DE) | 2002 |
| Fraktion | (ohne Gruppierung) |
| Toyline | 200x |
| Kategorie | Playset |
Castle Grayskull + 2 Figures
Beschreibung
Mehr denn je dreht es sich bei den Masters um Castle Grayskull. Während die ihr innewohnende Macht in der Vergangenheit nie konkretisiert wurde, nahm man sich im neuen Cartoon endlich des Themas im Detail an. Hier stellte sie sich als eine Energiekugel heraus, zu welcher sich das Konzil der Elders geformt hatte und deren magische Kräfte nun Hauptziel Skeletors ist. Aber auch, wenn in der Folge 'The Power of Grayskull' ein Blick in die Vergangenheit der Burg und ihren einstigen Besitzer ' King Grayskull, der zugleich He-Mans 'Ursprung' ist ' geworfen wurde, bleibt nach wie vor vieles unklar. Warum wurde überhaupt eine Burg mit dem Tor eines Totenschädels gebaut' Würden sich hartgesottene Erzschurken wirklich davon zurückschrecken lassen' Oder hat das 'Grayskull'-Thema einen eigenen, ganz besonderen Hintergrund' Für die Qualität der Spielzeugburg macht das freilich keinen Unterschied. In der folgenden Rezension werden wir uns sowohl der hierzulande bekannten, europäischen Version, als auch der anfangs erschienenen ('sprachchiptauglichen') US-Version widmen. Dabei beleuchten wir zunächst die Erstversion, um im Anschluss auf die Veränderungen in der Zweitversion einzugehen und schließlich ein Resümè zu ziehen. Auf geht's denn... Selbstverständlich wurde Castle Grayskulls Grunddesign beibehalten. Während aber die Klassik-Version eher den Eindruck eines uralten, mystischen, ja schon fast schaurigen Gemäuers erweckte, wirkt die neue Form auf gewisse Weise 'sauberer', denn die Wände bestehen nun nicht mehr aus groben Steinen und teils großen Felsen, sondern zeigen vielmehr eine unverputzte, weitaus ebenmäßigere Steinwand. Der Eindruck wird allerdings dadurch verstärkt, dass die allgemein grünliche Farbgebung nun nicht mehr durch Schwarz verfinstert, sondern im Gegenteil durch den für den Schädel verwendeten Grauton erhellt wird! Auffällige Farbverläufe kann man allerdings kaum erwarten. Dennoch wurde bei der Modellierung große Sorgfalt auf Detailreichtum gelegt. Nicht nur, dass jeder Stein und jede Struktur genau zu erkennen sind, auch weitere Besonderheiten heben die Mauern hervor; so befindet sich an der linken Mauer beispielsweise eine perfekt modellierte (aber leider nicht öffnende) Seitentüre, an der rechten Fronthälfte wiederum kann man ein schmales, vergittertes Kerkerfenster erkennen. Während das rechte Frontfenster in einer Art Kreuzform schmal ausgeschnitten wurde und einen Blick auf das beiliegende Zauberschwert (dazu später mehr) preis gibt, befindet sich links vom Totenschädel ein großer Balkon samt Durchlass ins Burginnere, auf dem eine Figur Platz hat. Auf den Fuß (oder Sockel der Burg wiederum wurden sogar Waffen aufmodelliert. Aber auch der Schädel selbst birgt einige Überraschung. Zunächst fällt besonders auf, dass der Einlass früher der mit Zähnen besetzte Unterkiefer des Schädels nun ein normales Burgtor aus Holz ist, auf welchem ein eine neue Version des früheren Torwappens prangt (welches nun einen Löwenkopf statt Knochenkopf zeigt). Auf der Stirn des großen Steinschädels wiederum ist nun das klassische Kreuzwappen He-Mans zu sehen, welches ironischerweise bei der Figur selbst zu einem 'H' umgeändert worden ist. Auch die Augenhöhlen sind nicht mehr leer, sondern bergen leuchtende Augen in sich, doch dazu ebenfalls gleich mehr. Auch ist anzumerken, dass die Burgfront nun zusätzlich zu den beiden Turmplattformen auch begehbare Zinnen erhalten hat! Da das Playset aus vielen Einzelteilen besteht, benötigt man für den Zusammenbau der Burg und das Anbringen der Aufkleber (auf Flagge, Kommandocenter und Kanone) etwas Zeit. Dieser ist durch die detaillierte Anleitung in relativ kurzer Zeit zu bewerkstelligen, kann aber gelegentlich für kleinere Probleme sorgen. Daher ist zu empfehlen, dass Kinder das Set von Erwachsenen zusammenbauen lassen sollten. Bevor wir uns mit den Funktionen und dem Burginneren vertraut machen, müssen wir uns jedoch noch einmal den Seitenwänden zuwenden. Jawohl, WÄNDE! Bekanntermaßen bestand die 80er Version aus Front und rechter Wand, welche sich zusammenklappen und zu einem praktischen Tragekoffer umfunktionieren ließen. Die moderne Festung hat nun sowohl eine rechte, als auch linke Wand. Beide sind wie schon erwähnt mit vielen netten Details wie Seiteneingang, Fenstern und Schindeldächern modelliert, wirken aber vergleichsweise schmal, wenn man die frühere Version gewohnt ist. Grund des Ganzen ist der, dass man beide Seitenwände nach hinten zusammenklappen und so die Burg wie in alten Zeiten verschließen kann. Dies funktioniert sehr gut, sieht noch dazu sehr schön aus und kann in diesem Zustand auch von Sammlern mit Platzproblemen fürs Display verwendet werden. Allerdings sollten zwei Schwächen nicht ignoriert werden: Die Seitenwände werden zusammengeklappt nur durch jeweils einen Noppen an der Unterseite mit der Bodenplatte des Sets verbunden und klappen beim Transport sehr leicht auf. Der Transport selbst wiederum funktioniert nicht mehr wie der eines Koffers, da ein entsprechender Griff fehlt. Klappt man die Festung nun auf und betrachtet sich endlich das Burginnere, sorgen die Seitenwände erneut für Enttäuschung. Zusammengeklappt ist das neue Grayskull gerademal halb so dick wie die alte Version. Grund ist, dass die Seitenwände tatsächlich kaum mehr als bloße Wände sind! Gerademal je ein kleiner Steg zur Verdeutlichung eines oberen Stockwerks befindet sich auf ihrer Innenseite. Auf diesen Stegen ist gerademal ausreichend Platz, dass eine durchschnittliche Figur nicht über den Rand zu Boden stürzt. Die linke Wand (mit der Seitentür außen) dient zugleich noch als Waffenkammer. Ja, ein Waffenständer ist nicht mehr vorhanden. Statt dessen werden die Waffen in Halterungen an der Wand eingeklemmt, was leider weitaus weniger eindrucksvoll wirkt. Dafür sind die in glänzendem grau gearbeiteten Waffen selbst aber sehr schön modelliert und sehen in der Tat sehr eindrucksvoll aus. Dabei kann man von Schlagring über Messer, und Pistolen bis hin zu Äxten und Gewehren zwischen insgesamt neun handlichen Mordinstrumenten auswählen. Alle passen sehr gut in die Hände der meisten Figuren (Whiplash muss allerdings passen), und selbst die kleinsten Waffen sind noch groß genug, um bei weitem nicht so leicht verloren zu gehen wie die bekannte und oft gesuchte Pistole des 80er Jahre Grayskulls. Direkt neben der 'Waffenwand' befindet sich noch ein überdimensional großer, goldener Schlüssel samt He-Man Wappen. Dieser wird später im Bereich 'Action-Features noch eine große Rolle spielen). Auch die rechte Seitenwand bietet selbst kaum etwas. Stattdessen kann man hier ein großes Set Handschellen an einem Haken aufhängen. Die Handschellen bestehen aus einem Guss und sind eher unpraktisch, da sie z.B. für Skeletors Hände zu groß sind, über Whiplashs riesige Pranken aber wiederum nicht passen. Dennoch ganz nett, zumal sie thematisch gut zum Kerker passen. Denn zwei mitgelieferte Käfiggitter lassen sich so mit der Seiten- und Hauptwand verbinden, dass ein quadratischer Kerker entsteht. Begrüßenswert ist, dass an einem Gitter sogar eine aufklappbare Käfigtüre angebracht ist. Leider aber reichen die Gitterstäbe höchstens bis zu den Schultern einer durschnittlich großen Figur, was doch etwas eigenartig wirkt. Aber gut, vielleicht können die Kämpfer des Bösen auch einfach nur extrem schlecht klettern, so dass hohe Gitter unnötig sind. Ein nettes Detail hingegen ist die im Boden (oder Sockel) der Burg angearbeitete Maus. Während die Waffen sehr detailliert gestaltet wurden, sind Handschellen und Käfig nur auf die nötigsten Modellierarbeiten beschränkt. Sämtliches Zubehör ist zudem in einer Farbe gegossen und weist keinerlei farbliche Details auf. Während im Innenbereich die Hälfte links vom Burgtor durch den Kerker vereinnahmt wird, befindet sich links das sogenannte 'Kommandozentrum'. Dieses stellt gewissermaßen das elektronische, batteriebetriebene Herz des Playsets dar, da in dessem Inneren mehrere Batterien für Strom sorgen. Die Station ist relativ klein geraten und ordentlich modelliert, allerdings nicht besonders 'Grayskull-spezifisch' und könnte genauso gut aus einem GI Joe Playset stammen. Auch im ersten Stock bieten die Seitenwände nur gähnende Leere, dafür spielt sich die Action wieder auf dem mittleren Hauptteil ab. Während man rechts bequem durch einen Durchgang den Balkon erreicht, wird die mittlere Sektion von einer Wandvertäfelung vereinnahmt, welche neben dem bereits vom Tor bekannten Grayskullwappen auch durch zwei Fackeln geschmückt ist, welche bei Aktivierung der Action-Features aufleuchten. Auf der linken Seite befindet sich die geheime Kammer der Burg, welche zunächst fest verschlossen ist und durch ein schmuckvolles, goldenes Wandrelief mit einem stilisierten Zauberschwert gekennzeichnet ist. Ohnehin ist der gesamte Mauerteil sehr schön gearbeitet, das Wandrelief wurde in Fensterform gestaltet, welches von einem Torbogen umgeben ist. Auch der erste Stock wird gleich noch nähere Erwähnung finden. Sehr schade ist, dass es keinen Fahrstuhl mehr gibt, und die Figuren können sich auch keiner Leiter oder Treppe bedienen, um höhere Stockwerke zu erreichen. Hier hätte Mattel sicherlich mit einem Add-On Playset punkten können. Bleiben noch die Türme. Oder vielmehr, die Brüstung. Denn nicht länger müssen sich He-Man & Co. mit nur zwei kleinen Turmplattformen begnügen, sondern können statt dessen gewissermaßen auf dem 'Dach' der Burg umher eilen, wobei die Zinnenplattform die frei begehbaren Türme miteinander verbindet. Auf dem (von außen gesehen) rechten Turm kann man zunächst eine große Flagge im Boden befestigen. Leider aber auch wirklich nur an diesem Punkt, wo der Fahnenmast eher störend ist, wenn man auch eine Figur aufstellen will. Flagge und Mast bestehen aus einem Gus Plastik, auf die Fahnenpartie werden beidseitig Sticker angebracht ' sie kann also im Gegensatz zur 80s Version nicht vernknittern! Auf dem anderen Turm wiederum befindet sich ein modernisierte High-Tech Version des alten Burggeschützes, wobei die obere Hälfte in klassischer Manier locker auf dem Sockel liegt und so frei nach oben und unten beweglich ist. Das gesamte Geschütz ist auf einem kleinen Vorsprung im Turmboden aufgesteckt, kann aber mühelos abgenommen und an anderer Stelle eingesetzt werden. Die Kanone birgt auch sogleich das erste Action-Feature, denn sie kann separat zwei Projektile abfeuern. Diese fügen sich trotz der anderen Färbung sehr schön in das Gesamtbild des Geschützes ein. Noch besser aber sind den Mattel-Designern aber die Knöpfe zum Abschiessen der Projektile gelungen, denn diese sind nahezu gar nicht als solche auszumachen, sondern wirken wie ganz normale Details der Kanone! Das zweite Action-Feature stellen die Zinnen dar, von welche eine kleine Sektion nach außen herunter klappbar ist, so dass man beim 'Invasionsspiel' von dort Steine werfen und Gegner oder sonstigen Unrat entsorgen kann. Eine nette Idee, wobei man sich hier aber selbst eventuelle Fallgeschosse besorgen muss. Von den Zinnen fallen wir wieder zurück vor das Burgtor und sehen uns der Problematik entgegen, selbiges zu öffnen. Hierbei tritt nun das berühmt-berüchtigte Feature der 'sprechenden, interaktiven Burg' in Kraft. Zunächst Dazu muß man zunächst das Kommandozentrum per Knopfdruck aktivieren. Nun 'flammen' die Augen der Burg auf, begleitet von Geräuschen und der Begrüßung 'The Spirit of Grayskull has awakened' ('Der Geist von Grayskull ist aufgewacht'). Jetzt geht der Spaß aber erst richtig los! Denn bekanntermaßen wurden die ersten Produktionsläufe der US Wave 1-3 Figuren mit kleinen Sprachchips im Fuß bestückt. Direkt vor dem Burgtor ist ein Drachenwappen im Boden eingelassen. Stellt man nun eine Figur mit dem 'Chip-Fuß' genau auf dieses Wappen und den darauf eingezeichneten Fußabdruck, 'reagiert' die Burg darauf und erteilt dem Charakter je nach guter oder böser Gesinnung Befehle. In der Rezension kommen repräsentativ zunächst Skeletor, und im Anschluss He-Man zum Einsatz. Steht also Skeletor auf besagter Plattform, begrüßt ihn der Burggeist mit den Worten 'Skeletor, the Spirit of Castle Grayskull has awaited your return', und erteilt ihm sogleich den Befehl 'Move the Secret Stone, and stand before the drawbridge'. Der Geheime Stein befindet sich im 'Steinrahmen' um das Tor, und wird ein Stück zur Seite geschoben, wodurch eine Sperre gelöst wird. Die böse Überraschung kommt aber nun für Skeletor, denn kaum zehn Sekunden nach Ertönen des Befehls fällt das Burgtor mit einem knallenden Soundeffekt nach unten ' direkt auf den Herrn des Bösen! Alternativ kann es sogar sein, dass der Geist sofort den Fiesling erkennt. In dem Falle bekommt man noch ein 'Skeletor, you are not welcome here!' ('Du bist hier nicht Willkommen!' zu hören, bevor plötzlich Schussgeräusche ertönen und den Herrn des Bösen pulverisieren! Erbittet aber He-Man Einlass, so befiehlt der Geist ihm, nach Bewegen des Steines NICHT vorm Tor, sondern vor dem Stein zu verharren ('...move the Secret Stone, and stand clear.'). So wird er nicht zerquetscht, sondern kann das Burginnere betreten. Hier geht es auch sogleich im ersten Stock vor der Wandvertäfelung weiter. Hier befindet sich nämlich ebenfalls das Drachenwappen, über welches man den Geist um Zugang zur Geheimkammer (der 'Hall of Secrets') bitten kann. Versucht Skeletor dies nun, fordert ihn der Geist wiederum auf, einen Geheimmechanismus an der Kammer zu betätigen, und dann vor selbiger zu verharren. Diese böse Überraschung folgt dann aber, wenn sich unter ihm eine Falltür löst, und der arme Knochenkopf direkt in den Kerker der Burg stürzt! Besonders witzig hierbei ist der elektronische Soundeffekt, in dem man eine Stimme im Fall schreien hört. So wird die Figur zum Leben erweckt! He-Man hat er erneut leichter, denn nach dem Betätigen des Mechanismus wird er aufgefordert, NEBEN der Kammer zu warten (...and stand upon the dragon!'). Nun wird wie von Geisterhand krachend die Geheimkammer schwungvoll geöffnet. In deren Inneren verborgen ist nichts geringeres als He-Man's Zauberschwert, welches in einem Sockel steckt und auch durch das Außenfenster zu erkennen ist. Das besondere hierbei ist, dass das Schwert zwar nicht zweiteilig ist, aber metallic silbern glänzt und so einen wahren Augenschmaus darstellt (und besonders schön zu Battle Sound He-Man passt). Diese Aktionen sind beliebig auf alle mit einem Chip versehenen Figuren übertragbar (wobei die Schurken immer andere Reaktionen bewirken als die Helden). Sollte man aber keine solche Figur besitzen, kann man immer noch den bereits vorher erwähnten Schlüssel verwenden. Zieht man mit diesem über die Wappen, kann man sowohl das Tor und die Geheimkammer, als auch die Falltüre aktivieren. Statt des Namens eines Charakters begrüßt die Burg dann stets mit 'Heroic Warrior'. Zudem befindet sich am Kommandozentrum auch noch ein roter Extraknopf, durch den es gewissermaßen 'aktiviert' werden kann ('The Commando Center is ready!'), und unter anderem dann durch Drücken z.B. Schussgeräusche für das Turmgeschütz ertönen lassen kann. Hält man den Knopf drei Sekunden lang gedrückt, ertönt die Stimme 'Trap Door is armed!' ('Falltür is bereit!'). Lässt man nun los und drückt den Knopf erneut, kann man auch ohne Chip einen Charakter in den Kerker schicken. Hält man den Knopf wiederum länger als drei Sekunden, so öffnen sich das Tor und die Geheimkammer, jedoch kann man leider nicht beide separat aktivieren. So nett sich das ganze 'Sprach-Feature' anhören mag, birgt es jedoch leider viele Tücken in sich. Zunächst fällt sofort auf, dass die Stimme, welche den Geist von Grayskull spricht, alles andere als unheimlich und mysteriös wirkt, sondern vielmehr so, als würde der leicht durchgeknallte Bankier von nebenan durchs Telefon nach seinem Butler rufen. Ebenfalls ärgerlich ist auch, dass man oft mehrere Versuche benötigt, um die Burg auch wirklich das machen zu lassen, was man will. Oftmals steht man vor der verschlossenenen Geheimkammer, und statt des Befehls, den Stein zu verschieben, fragt der Geist nur 'What is thy bidding'' ('Was wünschst du''). Nervig kann es auch sein, wenn man Tor, Falltür, und/oder Geheimkammer offen lässt, und das Kommandozentrum nicht ausschaltet. Dann nämlich wird man in regelmäßigen Minutenabständen zum Schliessen betroffener Sektion aufgefordert. Hinzu kommt noch, dass alle drei Mechanismen nur mit den Chipfiguren oder dem Schlüssel funktionieren, aber nicht von Hand betätigt werden können! Man hat also keine andere Wahl, als sich teils zehnmal dieselbe Frage anzuhören, bevor die Elektronik des Playsets endlich die gewünschten Aktionen in Gang setzt. Außerdem kann man der Burg durch den Kauf aller Charaktere auch keine neuen Sprüche entlocken. Dabei hätte es sicherlich noch einen zusätzlichen Kaufanreiz geboten. Noch schlimmer ist zudem, dass die elektronisch gesteuerten Hebel im Lauf der Zeit unter Umständen nicht mehr einwandfrei funktionieren. So ist es manchem schon passiert, dass sich das Burgtor nicht mehr öffnete, weil er entsprechende Hebel sich nicht mehr weit genug nach oben drehte, o.ä. So muss man leider sagen, dass Mattel's Idee des interaktiven Playsets zwar sicherlich gut gemeint war, aber auf Dauer für den Spielspaß bestenfalls nervig, schlimmstenfalls sogar enorm hinderlich ist! Tatsächlich stellte Mattel bei nachträglichen Tests dann auch fest, dass die Soundchips bei den Kindern nur wenig Anklang fanden, und diese lieber selbst Mechanismen aktivieren wollten, anstatt nur Zuschauer zu sein. Daher beschloss man, bereits nach Erscheinen der Wave 3 Heroes bzw. Wave 2 Villains, in die Figuren keinerlei Chips mehr einzubauen, obwohl man die Figuren dazu bereits vorgefertigt hatte. Besonders gut erkennbar ist diese kurzfristige Änderung z.B. noch bei Man-E-Faces, dessen Schuhsohle noch Einkerbungen aufweist, wo ursprünglich ein Chip hätte eingesetzt werden sollen. Da es aber unsinnig war, Castle Grayskull weiterhin mit einem Feature anzubieten, das mit den nachrückenden Figuren nicht interagieren konnte, wurde auch das Playset noch einmal generalüberholt. Dies kam Mattel auch sehr gelegen, denn bis dato hatte sich Grayskull in den US-Läden eher schleppend verkauft und wurde mancherorts schon nach wenigen Monaten als Geschenkset in Kombination mit Gratisfiguren angeboten. Schon relativ schnell wurde dann auch schon das erste Prototypenbild der neuen 'Grayskull V.2' Box gezeigt. Auf diesem waren nun die bisher auf dem Karton abgebildeten Figuren durch die er aktuelleren Waves ausgetauscht worden, was auch in der Endversion so beibehalten wurde. Viel interessanter aber war, dass auf den Abbildungen einige erstaunliche Neuerungen erkennbar waren. So befand sich auf dem runden Turm nun eine Art Lastkrangestell, an welchem sich u.a. Figuren hochziehen ließen. Außerdem schien man dem Playset auch noch ein kleines Fahrzeug beifügen zu wollen, dessen Größe in etwa mit dem Rammbock der Battle Station vergleichbar ist. Lastkran und Minivehikel wurden aber im Produktionsverlauf leider wieder gestrichen und erschienen daher nie im Handel. Dennoch wurde die Burg anderweitig generalüberholt und bietet so etliche Unterschiede zur US-Version. Genau diese beleuchten wir nun im zweiten Teil. Zunächst ist zu sagen, dass Mattel sich natürlich nicht in Unkosten gestürzt und die gesamte Burg noch einmal völlig neu modelliert hat. Die Veränderungen beziehen sich vor allen Dingen auf die vormals über die Voice-Chip Technologie aktivierten Funktionen. Durch das Wegfallen der Chips spricht nun verständlicherweise kein Geist von Grayskull mehr mit den Charakteren. Diese Eigenschaft der ersten Burg ist nun völlig ausradiert. Das Kommandozentrum jedoch besteht auch weiterhin. Nun kann man über dieses eine ganze Palette neuer Soundeffekte aktivieren. Zusätzlich kann man auch noch eine Alarmanlage in Gang setzen. Sind alle Tore geschlossen und hält man den roten Knopf anderthalb Sekunden gedrückt, leuchtet über diesem plötzlich ein grünes Licht auf, und für die kommenden drei Minuten geht der Alarm los, sobald eine Tür geöffnet wird! Selbstverständlich kann man den Alarm auch zuvor durch erneutes Drücken wieder abstellen. Die Augen der Burg wurden ebenfalls überarbeitet, so sind in ihnen nun farbigere Glühbirnen eingesetzt, die auch dann den Eindruck erwecken als würde die Burg aufleuchten, selbst wenn er Mechanismus nicht aktiviert ist. Setzt man die Elektronik nun in Gang, so flackern die Augen auf, begleitet von Donnergeräuschen (so etwas wäre eine nette Türklingel!). Damit aber noch nicht genug, zwischen den beiden Fackeln ist nun in die Wandvertäfelung auch ein goldener Totenschädel eingearbeitet. Diese stellt ebenfalls einen Knopf dar, über den erneut mehrere Soundgeräusche ertönen. Hält man ihn eineinhalb Sekunden lang gedrückt, flackern die Fackeln zusätzlich auf! Auch das Burgtor und die Geheimkammer werden von Geräuschen begleitet, wenn man diese öffnet. Dazu muss man nun nun lediglich noch den jeweiligen Geheimstein verschieben, und schon erhält man Zugang. Lästige Zusatzarbeit durch Fußchips oder das Kommandozentrum sind damit endlich hinfällig! So wurde natürlich auch der große Schlüssel nutzlos und fehlt daher ganz. Schade ist nur, dass die entsprechende Partie der Seitenwand nun abgesehen von den unveränderten Waffen gleich geblieben ist, allein die Schlüsselhalterungen wurden entfernt. Aber auch im Inneren der Geheimkammer gibt es eine kleine Überraschung. Denn das Zauberschwert wurde nun von Silber in Gold umgefärbt und glänzt dadurch mehr denn je. Damit ist das Innenleben der Burg jedoch noch immer nicht ausgereizt, eine weitere Überraschung bietet das Verließ! Dort befindet sich nun plötzlich eine neue, hübsch modellierte Miniatur-Kerkertür inklusive Treppe an der Wand. An deren Schlüsselloch kann man einen kleinen Knopf erkennen, welcher ' natürlich ' ebenfalls wieder neue Soundeffekte aktiviert, und zusätzlich auch noch ein paar roter Augen durch den Sehschlitz der Tür aufflammen lässt! Bei so vielen Zusatzmöglichkeiten kam Mattel nicht umhin, auch die Brüstung zu verbessern. Auf dem in der alten Version für die große Kanone vorgesehenen Gefechtsturm prangt ein Knopf, der nun für Schussgeräusche sorgt und bei anhaltendem Drücken sogar Maschinengewehrsalben abgibt! Aber auch die Flagge und das Geschütz blieben nicht verschont. Letzteres kann nun auch auf dem zweiten Turm fest verankert werden. Und weil dann für die Flagge kein Platz mehr bleibt, wurde einfach in den mittleren Holzsteg ein weiteres Loch gebohrt, in welchen der Mast eingesteckt werden kann. Dadurch sind auch hier die Einsatzmöglichkeiten viel größer geworden. Vor der Burg geht es sofort weiter. Hier befand sich vor dem Tor ursprünglich im Boden eine separate Sektion mit Drachenwappen, in welcher ein Teil der für die Fußchips notwendige Elektronik steckte. Da diese aber nun hinfällig war, hat Mattel die Sektion einfach ausgebaut, und durch ein neues Bodenstück ersetzt, dessen Oberfläche völlig neu modelliert ist. Betätigt man aber nun auf der Innenseite der Burg einen neuen Hebel, so schwingt die Plattform plötzlich nach oben und enthüllt ein steinernes Maul samt Zähnen und einmodellierter Zunge, welches zubeißen und Gegner schnappen kann! Eine großartige Idee, die noch dadurch verbessert wird, dass (bei aktivierter Elektronik) das Maul beim Öffnen auch noch brummt und beim Schließen sogar Kaugeräusche von sich gibt! Der helle Wahnsinn! Dabei übersieht man fast, dass das Wappen am Burgtor nun zusätzlich bemalt wurde und so viel besser zu Geltung kommt. Erfreulich ist auch, dass keine der alten Funktionen (natürlich abgesehen von der Stimme des Geistes) zugunsten der Neuerungen wegfielen. Und auch an Zubehör ist noch alles vorhanden. Damit wäre die Besprechung beider Burgversionen durch. Dabei gab es soviel an Informationen zu bemerken, dass man diese kaum in wenigen Worten zusammenfassen kann. Die verbesserte Version der Burg ist ihrem Vorgänger jedenfalls um Längen voraus. Während die elektronischen Funktionen anfangs nach kurzer Zeit eher lästig und hinderlich werden konnten, sind sie in der Neuversion nicht nur verbessert, sondern auch erweitert worden und können auch ohne Zuhilfenahme einer Figur voll eingesetzt werden. Beide Burgen konnten sich im Vergleich zu ihrem Vorbild aus den 80ern auch in manchen Dingen verbessern, wie z.B. der Gefechtskanone, der Geheimkammer oder der besseren Platzersparnis beim Zusammenklappen. Allerdings vermisst man besonders als Alt-Fan doch sehr den Thronsaal, den Fahrstuhl, einen Waffenständer, oder auch das im Kieferform gearbeitete Burgtor. Und auch vom Design her ist das alte Castle Grayskull doch trotz seinen simpleren Aufbaus noch immer um einiges schauriger und 'fantasy-lastiger' anzusehen, als seine Nachfolger. Dennoch ist Mattel hier ein schönes und umfangreiches Playset gelungen. An der US-Version gibt es noch so manches zu bemäkeln, die EU-Burg aber ist jedem 200x Fan wärmstens zu empfehlen, besonders da sie mittlerweile oft für 20,- Euro erhältlich ist. Wer hier nicht zuschlägt, wird für das Geld kaum etwas besseres finden können! Fotos: Toni Schuster
